BAV
Unterstützungskasse
Eine Unterstützungskasse ist eine spezielle Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), die in Deutschland vor allem von Unternehmen angeboten wird. Sie dient der Zusatzabsicherung für die Mitarbeiter in Bereichen wie Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebenenversorgung. Eine Unterstützungskasse gehört zu den sogenannten „nicht rückgedeckten“ bAV-Modellen, was bedeutet, dass das Unternehmen keine Rückversicherung (wie z. B. bei einer Pensionskasse oder Direktversicherung) abschließt, sondern die Leistungen direkt aus den Rücklagen des Unternehmens oder über Rückstellungen finanziert.
Die Unterstützungskasse kann von Unternehmen auch für andere Zwecke genutzt werden, etwa um steuerliche Vorteile für Mitarbeiter zu schaffen oder Zusatzleistungen zur Altersvorsorge anzubieten, die nicht direkt über andere Produkte wie Pensionskassen oder Direktversicherungen abgedeckt sind.
Wie funktioniert die Unterstützungskasse?
- Beitragszahlung:
- In der Regel werden Beiträge von Arbeitgebern in die Unterstützungskasse eingezahlt. Diese Beiträge werden steuerlich begünstigt und mindern die Steuerlast des Unternehmens.
- Verwendung der Beiträge:
- Die Beiträge werden in der Unterstützungskasse verwaltet und dienen der Auszahlung von Rentenleistungen, Einmalleistungen oder Invaliditätszahlungen an den Mitarbeiter oder dessen Hinterbliebene.
- Finanzierung:
- Unterstützungskassen sind nicht rückgedeckt, das heißt, die Arbeitgeber tragen das gesamte Risiko für die Finanzierung der Versorgungsansprüche. Es gibt keine Kapitaldeckung wie bei anderen bAV-Modellen. Das Unternehmen muss also im Fall der Fälle genügend Mittel haben, um die Versorgungsleistungen auszuzahlen.
- Steuerliche Vorteile:
- Der Vorteil für den Arbeitgeber besteht darin, dass Beiträge zur Unterstützungskasse steuerlich abzugsfähig sind, solange sie im Rahmen der steuerlichen Höchstgrenzen für die betriebliche Altersvorsorge bleiben.
- Leistungsarten:
- Unterstützungskassen können verschiedene Arten von Leistungen erbringen:
- Altersrenten
- Hinterbliebenenrenten (für Ehepartner und Kinder)
- Berufsunfähigkeitsleistungen
- Einmalzahlungen
- Unterstützungskassen können verschiedene Arten von Leistungen erbringen:
- Unterschied zu anderen bAV-Formen:
- Eine der wesentlichen Unterschiede zur Pensionskasse oder Direktversicherung ist, dass die Unterstützungskasse in der Regel vom Arbeitgeber getragen wird und keine Rückdeckungen über Versicherungen stattfinden. Das bedeutet, dass das Risiko für die Auszahlung der Renten direkt beim Unternehmen liegt und nicht von einer Versicherung übernommen wird.
Kosten einer Unterstützungskasse
Da es sich bei der Unterstützungskasse um eine nicht rückgedeckte Form der Altersvorsorge handelt, müssen sowohl die Kosten für die Verwaltung als auch das Kapitalrisiko vom Unternehmen getragen werden. Für den Arbeitnehmer fallen jedoch keine direkten Kosten an, da die Beiträge in der Regel vollständig vom Arbeitgeber gezahlt werden.
Kosten für das Unternehmen:
- Verwaltungskosten: Die Verwaltung der Unterstützungskasse erfordert in der Regel eine externe Verwaltungsgesellschaft oder einen spezialisierten Anbieter. Diese Gesellschaften erheben Verwaltungskosten, die häufig prozentual vom verwalteten Kapital berechnet werden.
- Rückstellungen und Risikomanagement: Das Unternehmen muss Rückstellungen bilden und das Risiko für die Auszahlung der Renten im Falle von Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz absichern. Manche Unterstützungskassen schließen daher auch Rückversicherungen ab, die zusätzliche Kosten verursachen können.
- Kapitalrendite und Anlagerisiken: Wenn die Unterstützungskasse Kapital in Wertpapiere oder andere Anlageprodukte investiert, entstehen Anlagekosten (z. B. für Fondsverwaltung). In diesem Fall kann das Unternehmen mit den Renditen der Kapitalanlagen gegensteuern, falls die Rückstellungen für die spätere Auszahlung nicht ausreichend sind.
Kosten für den Arbeitnehmer:
- In der Regel fallen keine direkten Kosten für den Arbeitnehmer an, wenn er in eine Unterstützungskasse eingebunden ist. Die Beiträge werden meistens vom Arbeitgeber geleistet.
- Der Arbeitnehmer kann von der Unterstützungskasse jedoch nur dann profitieren, wenn das Unternehmen wirtschaftlich stabil ist und die versprochenen Leistungen ausbezahlt werden können.
Anbieter von Unterstützungskassen
Da es sich bei der Unterstützungskasse um eine eher spezielle Form der betrieblichen Altersvorsorge handelt, wird sie häufig von Versicherungsgesellschaften oder spezialisierten Verwaltungsgesellschaften angeboten, die das Unternehmen bei der Einrichtung und Verwaltung unterstützen. Die Unterstützungskasse wird in der Regel nicht direkt vom Arbeitnehmer abgeschlossen, sondern vom Arbeitgeber eingerichtet.
Hier sind einige Anbieter, die Unterstützungskassenlösungen anbieten:
- Aon (früher Mercer)
- Aon bietet maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen, die eine Unterstützungskasse einrichten möchten. Aon unterstützt sowohl bei der Verwaltung als auch bei der Bereitstellung von Rückdeckungsversicherungen für das Unternehmen.
- Allianz
- Die Allianz bietet Unterstützungskassenprodukte für Unternehmen an und stellt die Verwaltung sowie eine Kapitaldeckung sicher, um die langfristige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten.
- R+V Versicherung
- R+V bietet Unternehmen Lösungen zur Einrichtung von Unterstützungskassen und übernimmt auch die Verwaltung dieser Lösungen.
- Zurich
- Zurich bietet Unterstützungskassenlösungen für Unternehmen an, die eine flexible betriebliche Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter gestalten möchten.
- HDI
- HDI bietet ebenfalls Unterstützungskassenprodukte für Unternehmen, bei denen sowohl steuerliche Vorteile als auch eine einfache Verwaltung im Vordergrund stehen.
- Pensionsmanagementgesellschaften wie Fiducia
- Diese Gesellschaften bieten spezifische Unterstützungskassenprodukte für Unternehmen an und übernehmen die Verwaltung und das Risikomanagement.


Worauf musst du achten, wenn du eine Unterstützungskasse abschließen möchtest?
- Risiko des Unternehmens:
- Da die Unterstützungskasse keine Rückdeckung bietet, trägt das Unternehmen das Risiko für die Auszahlung der Renten. Das bedeutet, dass die langfristige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens von entscheidender Bedeutung ist. Achte darauf, dass das Unternehmen wirtschaftlich stabil ist und die finanziellen Mittel zur Absicherung der Pensionsverpflichtungen zur Verfügung stellt.
- Flexibilität:
- Es sollte eine gewisse Flexibilität bei der Anpassung der Leistungen und Beiträge bestehen, insbesondere wenn sich die Unternehmenssituation verändert.
- Steuerliche Aspekte:
- Die Beiträge zur Unterstützungskasse sind steuerlich begünstigt. Achte darauf, dass die steuerlichen Regelungen korrekt umgesetzt werden und dass der Arbeitgeber die steuerlichen Vorteile maximiert.
- Verwaltungskosten:
- Die Verwaltungskosten sollten transparent und fair gestaltet sein. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen, um die günstigsten Konditionen für die Verwaltung der Unterstützungskasse zu finden.
- Anlagemöglichkeiten:
- Wenn das Unternehmen Kapital in Wertpapiere investiert, solltest du prüfen, wie das Risikomanagement aussieht und wie die Renditen des Unternehmens verwaltet werden.
Welche Anbieter von Unterstützungskassen solltest du wählen?
Da es sich bei der Unterstützungskasse um eine von deinem Arbeitgeber angebotene Lösung handelt, ist es entscheidend, dass dein Unternehmen einen Anbieter mit einer soliden finanziellen Basis und guten Verwaltungsdienstleistungen auswählt. Die von Stiftung Warentest oder anderen unabhängigen Finanzberatungsstellen getesteten Anbieter, die in der Regel bei großen Versicherungsgesellschaften oder spezialisierten Pensionsmanagementgesellschaften zu finden sind, bieten oft eine gute Ausgangsbasis.
Empfohlene Anbieter könnten sein:
- Aon (für maßgeschneiderte Lösungen und umfassende Verwaltung)
- Allianz und Zurich (für umfassende Lösungen mit guter Kapitalanlage und Verwaltungsdienstleistungen)
- R+V und HDI (für günstige Verwaltungskosten und umfangreiche Zusatzleistungen)
Fazit
Die Unterstützungskasse ist eine wertvolle Option für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine flexible Altersvorsorge bieten möchten. Wichtig ist jedoch, dass das Unternehmen finanziell stabil bleibt, um die zugesagten Renten leisten zu können. Wenn du die Unterstützungskasse über deinen Arbeitgeber abschließt, solltest du darauf achten, dass der Anbieter transparente Verwaltungskosten hat, dass die steuerlichen Vorteile optimal genutzt werden und dass das Unternehmen langfristig die finanziellen Mittel hat, um die Versorgungsansprüche zu erfüllen. Aon, Allianz und Zurich gehören zu den bekannten Anbietern von Unterstützungskassenlösungen, die du in Betracht ziehen kannst.