Rechtsschutz zahlt nicht? Das musst du vorher prüfen

Die meisten Menschen merken erst im Schadenfall, wie komplex Rechtsschutzversicherungen wirklich sind.
Du hast Streit mit Vermieter, Arbeitgeber, Nachbarn, Werkstatt oder Polizei – und denkst:

„Dafür habe ich doch meine Rechtsschutz!“

Doch dann kommt das Schreiben mit dem berühmten Satz:

„Leider können wir für diesen Fall keine Deckung übernehmen.“

Und jetzt? Aufgeben? Zahlen? Anwalt selbst finanzieren?

Hier kommt die Wahrheit: Viele Ablehnungen sind nicht endgültig.
Du musst nur die entscheidenden Fragen kennen.

Rechtsschutz zahlt nicht

1. Welcher Baustein ist überhaupt betroffen?

Rechtsschutz ist nicht „ein“ Produkt – es ist ein Paket aus Bausteinen.

Typische Module sind:

  • Privatrechtsschutz

  • Berufsrechtsschutz (Arbeitsrecht)

  • Wohnungs-/Mietrechtsschutz

  • Verkehrsrechtsschutz

  • Strafrechtsschutz

  • Sozialrechtsschutz

Beispiel:

➡ Streit mit Arbeitgeber = Arbeitsrecht
➡ Miete erhöhen = Mietrecht
➡ Unfall mit Bußgeld = Verkehrsrecht

Häufiger Fehler:

Leute haben nur „Privat“ und wundern sich, dass Arbeitsrecht nicht drin ist.

Also erster Check:

Passt der Baustein zum Problem?

Wenn ja, geht’s weiter.

2. Was war der „Zeitpunkt des Versicherungsfalls“?

Mit Abstand einer der wichtigsten Punkte.

Rechtsschutzversicherungen zahlen nur, wenn der Versicherungsfall nach Vertragsbeginn + Wartezeit eingetreten ist.

Und hier wird’s fies:

Der Versicherungsfall ist nicht der Tag, an dem du Ärger bekommst – sondern der Tag, an dem der Konflikt begonnen hat.

Beispiele:

  • Kündigung kommt am 15.10.
    Aber die Abmahnung war am 20.08. → Versicherungsfall startet am 20.08.

  • Mieterhöhung kommt am 10.09.
    Aber Vermieter kündigt per Mail „vorab Anpassung“ am 01.06. an → Start 01.06.

Consequenz:

Wenn Start vor Versicherungsbeginn oder Wartezeit liegt → Ablehnung.

3. Gibt es eine Wartezeit?

Fast alle Rechtsschutzversicherungen haben sie.

Standard ist:

  • 3 Monate im Arbeitsrecht

  • 3 Monate im Mietrecht

  • 3 Monate im Privatrecht

  • 0 Monate bei Verkehrsstrafrecht

Wichtig:

Es gibt Tarife ohne Wartezeit, aber selten.

Wenn die Versicherung also sagt:

„Wartezeit nicht erfüllt.“

Prüfen, ob das stimmt.

Viele Versicherte denken, Wartezeit = Tage ab Kontakt → Fehler.
Wartezeit zählt ab Vertragsbeginn.

4. Ist der Streit überhaupt versicherbar?

Es gibt klassische Ausschlüsse. Dazu zählen oft:

❌ Scheidung & Familienrecht
❌ Bauen/Immobilienkauf
❌ Spekulation/Börsengeschäfte
❌ Streit um Kapitalanlagen
❌ Steuerrecht vor Gericht (teilweise gedeckt)
❌ Vorsatzdelikte

Beispiel:

Streit wegen Investitionsobjekt (ETW) → Bau-/Immobilienrecht → meist ausgeschlossen.

Aber auch hier gibt es Tarifunterschiede.

5. Hat die Versicherung das Recht, die Erfolgsaussichten zu prüfen?

Ja – und darauf stützen sich viele Ablehnungen.

Der berühmte Satz lautet dann:

„Die Wahrnehmung rechtlicher Interessen bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.“

Bedeutet übersetzt:

„Wir glauben nicht, dass du gewinnst.“

Aber Achtung:

Die Rechtsschutzversicherung darf das nur prüfen, wenn ein Rechtsanwalt bestätigt, dass keine Erfolgsaussichten bestehen – und nicht einfach nach Gefühl.

Tipp:

➡ Wenn dein Anwalt sagt: „Doch, lohnt sich“ → zweite Prüfung verlangen
➡ Notfalls Schiedsgutachterverfahren beantragen (viele kennen das nicht)

Viele Versicherungen knicken bevor es dazu kommt.

6. Wann lohnt sich ein Einspruch gegen Ablehnung?

Kurz:

✔ Wenn der Zeitpunkt falsch eingestuft wurde
✔ Wenn der Baustein eigentlich passt
✔ Wenn Erfolgsaussicht falsch eingeschätzt wurde
✔ Wenn Wartezeit falsch gerechnet wurde
✔ Wenn falsche Ausschlüsse behauptet werden

Wir sehen oft Ablehnungen wie:

❗ „Kein versichertes Risiko“ → stimmt oft nicht
❗ „Vorvertraglich“ → muss nachgewiesen werden
❗ „Keine Erfolgsaussichten“ → prüfbar

8. Mini-Mustertext für Widerspruch

Das hier kannst du fast 1:1 übernehmen:

„Ich bitte um Mitteilung, auf welcher Klausel die Deckungsablehnung beruht, sowie um Benennung der konkreten Versicherungsbedingungen.
Außerdem bitte ich um Darlegung des Zeitpunkts des angenommenen Versicherungsfalls und um eine Begründung der fehlenden Erfolgsaussichten.
Vielen Dank vorab.“

Damit zwingst du die Versicherung in die Sachlogik.

Fazit – Klar & ohne Weichspüler

Eine Rechtsschutz, die nicht zahlt, bedeutet nicht:

❌ „Fall hat keinen Sinn“
❌ „Du musst jetzt selbst zahlen“
❌ „Versicherung hat immer Recht“

Sondern häufig:

✔ falscher Zeitpunkt
✔ falscher Baustein
✔ falsche Einschätzung
✔ falscher Ausschluss

Mit einem Deckungscheck sieht vieles anders aus.

📲 Fallprüfung per WhatsApp – schnell & verständlich

Du schickst:

📸 Foto der Ablehnung
📄 Kurz, um welchen Streit es geht
📅 Vertragsbeginn (wenn bekannt)

Wir sagen dir:

✔ ob die Ablehnung korrekt ist
✔ ob Widerspruch sinnvoll wäre
✔ welcher Baustein betroffen ist
✔ wie du weiter vorgehst

Kein Versicherungs-Deutsch. Kein Papierkram. Kein Stress.

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